Nach solchen Aktionen, hab ich gedacht mich schockt nichts mehr, aber ich habe mich getaeuscht.
Ein Gesetzesentwurf soll einen "Besserer Schutz vor Hackern, Datenklau und Computersabotage" bringen. Hier mal ein Auszug:
- Künftig soll bereits der unbefugte Zugang zu besonders gesicherten Daten unter Überwindung von Sicherheitsvorkehrungen unter Strafe gestellt werden (§ 202a StGB). Ein Verschaffen von Daten wird nicht mehr erforderlich sein. Damit wird klargestellt, dass Hacking strafbar ist.
- Computersabotage ist bisher nur bei Angriffen gegen Betriebe, Unternehmen und Behörden strafbar (§ 303b StGB). Künftig sollen auch private Datenverarbeitungen geschützt werden. Ferner werden Störungen durch unbefugtes Eingeben und Übermitteln von Computerdaten unter Strafe gestellt, um DoS-Attacken erfassen zu können, bei denen die Dienste eines Servers durch eine Vielzahl von Anfragen so belastet werden, dass dessen Kapazitäten nicht ausreichen und der Zugang für berechtigte Kontaktaufnahmen mit dem Server blockiert oder erschwert wird. Besonders schwere Fälle der Computersabotage können künftig mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft werden.
- Das Sichverschaffen von Daten aus einer nichtöffentlichen Datenübermittlung oder aus der elektromagnetischen Abstrahlung einer Datenverarbeitungsanlage soll unter Strafe gestellt werden (§ 202b StGB neu).
- Besonders gefährliche Vorbereitungshandlungen zu Computerstraftaten werden künftig strafbar sein. Sanktioniert wird insbesondere das Herstellen, Überlassen, Verbreiten oder Verschaffen von Hacker-Tools, die bereits nach Art und Weise ihres Aufbaus darauf angelegt sind, illegalen Zwecken zu dienen (§ 202c StGB neu).
Was das genau zur folge haben koennte, ist vielen schon bekannt.
Ich sehe das aehnlich wie fh.
Für mich, als juristischen Laien, klingt das dann doch gewaltig nach einem Gummiparagraphen, mit dem man gegebenenfalls sogar nmap verbieten kann. Schade, einmal mehr zu sehen, dass unser Gesetzesgeber nichts verstanden hat ...weiterlesen
Weitere interessante Meinungen gibts bei den Gulli:News:
Faktisch dürfte sich manch ein Sysadmin nach Inkrafttreten des Gesetzes mehrfach überlegen, welcher Link zu welchem Tool ihm möglicherweise als "Verbreitung" ausgelegt werden könnte. Auch die Empfehlung, gelegentlich die Passwortsicherheit eines Systems via Rainbow Tables zu testen, sollte man in Zukunft vielleicht nicht mehr unter Realname vornehmen. Die Ironie dabei: Kiddies, welche sich wenig um die Legalität oder Illegalität ihres Handelns scheren, dürften es auch in Zukunft wenig schwer dabei haben, die entsprechenden Werkzeuge zu finden ... weiterlesen
Ich frage mich schon die ganze Zeit: Wer zum Teufel beschliesst denn sowas? Haben die Leute keine technischen Berater, die sie in solchen Dingen unterstuetzen? Wissen diese Berater was sie tun?
Wie es scheint, haben diese Menschen nicht mal ansatzweise verstanden, dass Penetrationstest (pentests) zum Test und zur Verbesserung der Sicherheit bei IT-Systemen und nicht ausschliesslich zum Angriff dienen.
Ich persoenlich hoffe mal, dass da nochmal gaaaanz kraeftig zurueck gerudert wird, da dieser Entwurf in Sachen IT-Sicherheit mit sehr hoher wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen wird.
[...] Seit kurzem beschäftigt das Thema “Hacker-Tools” die Internetgemeinde. Am 20. September hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf eines Strafrechtsänderungsgesetzes zur Bekämpfung der Computerkriminalität beschlossen. Wie so oft zeugt dieser Entwurf von mangelnder Sachkenntnis und mangelnder Realitätsnähe. Der CCC hat zu diesem Thema eine Pressemitteilung herausgegeben, in vielen Blogs, z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier wurde das Thema aufgegriffen, sachlich diskutiert und zerpflückt… das hätte man eigentlich von unseren Regierungsvertretern erwarten müssen. [...]
[...] fragt der Pfleidi nebenan und bezieht sich damit auf die Gullinews, welche schön umschreiben, was für Worddeppen da eigentlich Gesetze machen. Faktisch dürfte sich manch ein Sysadmin nach Inkrafttreten des Gesetzes mehrfach überlegen, welcher Link zu welchem Tool ihm möglicherweise als “Verbreitung” ausgelegt werden könnte. [...]
[...] Wer weiß, wie DoS-Attacken funktionieren, wird jetzt besonders gespannt darauf sein, wie deutsche Strafverfolgungsbehörden die Betreiber von weltumspannenden Bot-Netzen in Zukunft verfolgen wollen. Vielleicht werfen sie künftig mit ihrer Schreibmaschine nach den Tätern. Womöglich schicken sie den Jungs in Asien und Russland auch einfach eine Phishing-Mail, um die illegalen Gewinne abzuschöpfen. Markus Beckedahl auf netzpolitik, Dennis von Instant-Thinking, und pfleidi von roothausen haben noch ein paar andere Haken an der Sache entdeckt. Trackback URL · Gelesen: 2 · heute: 2 [...]
[...] Update: Damit das hier keiner falsch versteht, ich bin absolut gegen eine Zensur des Internets. Auch wenn jetzt einige Eltern wegen den lächerlichen 130 Seiten aufschreien werden, der Panorama Beitrag passt gut zu einem Artikel den ich gestern bei Pfleidi gelesen habe. Panorama macht hier Werbung für etwas, für das es mehr Gründe gibt eine solche Novelle nicht durch zu setzen als umgekehrt. Aber auf der Welle des Terrors schwimmt man ja auch mal gerne mit, auch wenn es sich hier “nur” um Mini Terroristen aus dem Kinderzimmer handelt. [...]


